2021

03.03.2021

Skatepark am Noor: Naturschutz laut Ministerium berücksichtigt

Eckernförde – Laut Naturschutzgesetz darf bei Gewässern von mehr als einem Hektar Größe ein Uferschutzstreifen von 50 Metern Breite nicht bebaut werden. Unter dieser Vorgabe hätte der neue Standort für die Skateanlage auf der Fläche der aufgegebenen Kleingärten am Schulweg nicht verwirklicht werden können. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises hatte eine Ausnahmegenehmigung erteilt mit dem Hinweis auf die Stadtnähe und die Belange der Jugendlichen. So wurde der Schutzstreifen auf 25 Meter reduziert. Das Umweltministerium verweist auf den rechtsverbindlichen Bebauungsplan und die frühzeitige Beteiligung der UNB, die bereits 2015 erfolgte. Damals war der Bereich zwischen Norderhake und Schulweg allerdings noch von kleingärtnerischer Nutzung mit Lauben und Gehölzen geprägt. Der geschmälerte Uferstreifen soll vor allem die Biotope am Gewässerrand schützen und die „erforderliche Eingriffsminimierung verdeutlichen“. Inzwischen sind die Kleingärten geräumt und hat sich eine üppige Vegetation ausgebreitet. Das Umweltministerium weist darauf hin, dass die vorhandenen Gehölzbestände am Uferrand durch den Schutzstreifen in wesentlichen Teilen bewahrt werden sollen. Dazu fordert die UNB eine Eingriffs- und Ausgleichsbilanz. Ferner erwägt die Behörde eine Abgrenzung des geplanten Wanderwegs, um die Ufer-Biotope beispielsweise vor Störungen durch freilaufende Hunde zu schützen .Die nachträglichen Forderungen sollen im Umweltbericht und Fachgutachten von der Stadt Eckernförde berücksichtigt werden. Nach derzeitigem Verfahrensstand, so das Ministerium, seien die Naturschutzbelange durch die UNB „hinreichend berücksichtigt“. Grüne und Linke nahmen das Prüfungsergebnis als „keine schöne Nachricht“ entgegen. Die Fraktionen verweisen darauf, dass das Areal für den neuen Skatepark schon seit Jahrzehnten bewusst im Landschafts- und im Flächennutzungsplan der Stadt als Fläche für Natur und Landschaft ausgewiesen war. „Es bestand also erkennbar das Ziel, die Kolonie aufzulösen, um hier zu renaturieren“, betonen die Fraktionsvorsitzenden Edgar Meyn (Grüne) und Barbara Davy (Linke). Beide befürchten, dass es in dem verdichteten Raum zwischen Norderhake und Schulweg immer wieder zu Konflikten zwischen Naturschutz und anspruchsvollen Freizeitaktivitäten im geplanten Bewegungs- und Skatepark kommen werde. „Es bleibt ein ungutes Gefühl“, so Meyn und Davy, die daran erinnern, dass die Stadt Eckernförde Mitglied im kommunalen Bündnis für Artenvielfalt sei.

(Quelle: KN, von Christoph Rohde)


02.03.2021

Soll Klimaschutz-AG in Eckernförde öffentlich tagen?

Eckernförde – Die interfraktionelle Arbeitsgruppe Klimaschutz war zuletzt in die Kritik geraten. Die Vertreter der Grünen und der Linken traten aus, warfen der Gruppe mangelnde Ergebnisse und Effizienz vor. Auch, dass sie nicht-öffentlich tagt, wurde bemängelt. „So wie die AG Klimaschutz angelegt ist, funktioniert sie nicht“, stellte Jens Löwer im Umweltausschuss seitens der SPD fest. Alle müssten wieder mit ins Boot, auch die Grünen und die Linke, forderte er. Unabdingbar nannte er es, dass die Sitzungen öffentlich seien. „Wir wollen ein Format, in dem alle nicht nur zuhören, sondern auch mitreden können.“ Unterstützt wurde die Initiative von den Grünen. „Das Gemauschel in Hinterzimmern muss aufhören“, sagte Edgar Meyn. „Die Bürger müssen das Gefühl haben, dass sie mitgenommen werden.“ Der Antrag der SPD, in Abstimmung mit der Abteilung Naturschutz und Landschaftsplanung sowie der Koordinatorin für Einwohnerbeteiligung ein Konzept zu erarbeiten, dass zum 1. Juni vorgestellt werden soll, fand allerdings keine Mehrheit. Perdita Schaarschmidt (CDU) warnte davor, einen Geheimniskult um die Arbeitsgruppen zu machen. „Hier werden nur Ideen zusammengetragen, nichts anderes.“ Wären die Arbeitsgruppen zu groß, so befürchtete Schaarschmidt, dass viele Themen zerredet würden. Alles andere wird öffentlich im Ausschuss vorgestellt“, betonte sie. Karl-Ludwig Loth (FDP) verwies darauf, dass auch die Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung nicht-öffentlich tage. Es gehe darum, Dinge auszudiskutieren und auch Experten hinzuzuziehen. Die Anträge, die daraus erwachsen, so Loth, würden öffentlich beraten und beschlossen. Der gemeinsame Antrag von CDU, FDP und SSW fand schließlich eine knappe Mehrheit. Demnach tagt die AG Klimaschutz unter dem neuen Vorsitz von Jens Albrecht, Leiter der Abteilung für Naturschutz und Landschaftsplanung, mindestens viermal im Jahr. Nur die letzte Sitzung ist öffentlich und stellt die Ergebnisse der vorangegangenen den Bürgern vor. Bürgermeister Jörg Sibbel erläuterte, dass die Vorschläge von Arbeitsgruppen keinen bindenden, sondern einen empfehlenden Charakter für die offiziellen städtischen Gremien hätten. „Sie sind ein Meinungsbild, ersetzen die Beratung in den Ausschüssen und in der Ratsversammlung aber nicht.“ Gleichwohl könne die Arbeitsgruppe Klimaschutz dazu beitragen, den Umweltausschuss in diesem Bereich entlasten, sagte er. Keine zwei Meinungen gab es hingegen zu einer Klimawirkungsprüfung für städtische Beschlüsse, die darauf abgeklopft werden sollen, welche Auswirkungen sie auf den CO2-Haushalt haben. Der Antrag von SPD, Grünen und Linke wurde einstimmig angenommen. Sibbel begrüßte den Vorschlag, politische Entscheidungen auf ihre Klimarelevanz zu prüfen. Dies finde in der Verwaltung in ähnlicher Form bereits statt, aber nicht so formalisiert, wie jetzt angestrebt. Die Stadt lehnt sich nun an das Verfahren des Kreises an, das auch von der Klimaschutzagentur empfohlen wird. Röwer erinnerte daran, dass Eckernförde seit 1996 Mitglied des Klimabündnisses sei. Das bedeute eine freiwillige Selbstverpflichtung, alle fünf Jahre den CO2-Ausstoß um zehn Prozent zu reduzieren. „Das müssen wir aber auch machen und nachprüfen“, mahnte der SPD-Ratsherr.

(Quelle: KN, von Christoph Rohde)


29.01.2021

Neuer Skatepark Eckernförde: Jetzt prüft das Umweltministerium

Eckernförde – Um Platz für das Kino-Projekt mit Verbrauchermarkt in Eckernförde zu schaffen, hatte die Politik mit knapper Mehrheit von CDU, SSW und FDP beschlossen, den Skatepark als Bauland freizugeben. Im Gegenzug soll der Skatepark auf die andere Seite des Schulwegs in das Areal der ehemaligen Kleingärten verlegt werden. Dabei handelt es sich um einen Uferbereich der Norderhake, einen Nebenarm des Eckernförde Noores. Normalerweise müsste dort ein 50 Meter breiter Schutzstreifen von Bebauung frei bleiben. Um den Skatepark in Eckernförde zu ermöglichen, hatte die Untere Naturschutzbehörde des Kreises im Vorfeld eine Ausnahmegenehmigung erteilt und den unbebaubaren Uferstreifen auf 25 Meter reduziert. Übrig für die Nutzung bleibt ein zwölf Meter schmaler Randstreifen am Schulweg, der sich nur im östlichen Drittel auf bis zu 32 Meter erweitert. Auf den  3744 Quadratmetern sollen ein Skatepark mit Betonelementen sowie weitere Freizeiteinrichtungen wie ein Grillplatz verwirklicht werden. Die Naturschutzbehörde des Kreises hatte bei ihrer Entscheidung zwei Schutzgüter, die sozialen Belange der Jugendlichen und die ökologischen Erfordernisse, miteinander abgewogen. Gleichwohl attestiert sie dem gesamten Uferbereich als gewässernahes Niederungsgebiet ein „großes Potenzial für wertvolle Biotopverhältnisse“. Das hatte ursprünglich auch die Stadt Eckernförde so gesehen, die für die ehemaligen Kleingärten im Zuge des Stadtentwicklungsprojekts Nooröffnung einen kleinen Naturerholungspark mit Obstbäumen und Wanderweg vorgesehen hatte.Erst mit der neuen Kino-Standortentscheidung änderte sich der Plan, soll auf dem Randstreifen zum Schulweg nun der neue Skatepark entstehen. „Die Wünsche hier sind groß“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Edgar Meyn. Beleuchtung, Unterstand, Kletterwand – neben den Betonelementen zum Skaten gebe es viele Ideen. Doch verträgt sich das mit Natur und Erholung auf engem Raum? „Hier wurde ein schmales Handtuch aus der Landschaft herausgewrungen“, kritisiert Meyn. Durch den Skate- und Freizeitpark werde der Druck auf die verbliebene, ökologisch wertvolle Uferfläche in Eckernförde wachsen, warnt er. An der Norderhake Eckernförde sind bei einer ökologischen Bestandsaufnahme unter anderem Brutvögel verschiedener Biotope, Mehlschwalben und Turmfalken als Nahrungsgäste sowie Kröten, Frösche, Molche, Eidechsen und Ringelnattern nachgewiesen worden. Dazu kommen verschiedene alte Obstbäume aus der ehemaligen Kleingartennutzung und Weiden an der Uferlinie. Dort wachsen auch Röhricht und Binsen. Die Bestandsaufnahme wurde im Dezember im Umweltausschuss Eckernförde erstmals vorgestellt. Grüne und Linke können die Entscheidung der Naturschutzbehörde, den Uferschutzstreifen zu reduzieren, nicht nachvollziehen. Um zu klären, ob der Beschluss naturschutzrechtlich haltbar ist, haben sie das übergeordnete Umweltministerium eingeschaltet, das eine Prüfung zugesagt hat. Als Standortalternative für den Skatepark bringt Meyn die Brache an der Ecke Reeperbahn/Schulweg ins Gespräch. Dort, so der Grünen-Politiker, sei die Nähe zum Jugendzentrum „Das Haus“ gegeben. Einkaufs- und Bahnverkehr lägen dann auf der anderen Seite der Gleise. Gerade mit Blick auf Klimawandel und Artensterben fordert er, ein Stück Grün zurück in die Stadt Eckernförde zu holen. Zumal mit dem Parkdeck Gleis III ein weiteres Zurückdrängen der Natur droht. Sollte sich die große Lösung für 177 Parkplätze politisch durchsetzen, wären einschneidende Eingriffe in die Landschaft erforderlich, würde der Grüngürtel zwischen Innenstadt von Eckernförde und B76 weiter schwinden. Kleinere Lösungen mit bis zu 78 Parkplätzen könnten nach Angaben der Bauverwaltung dagegen noch verträglich gestaltet werden.

(Quelle: KN, von Christoph Rohde)


08.01.2021:

Szenen wie in Washington?

Eckernförde – Die Proteste aufgebrachter Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in Washington sind ausgeartet und haben für Chaos und Gewalt gesorgt. Sind solche Szenen auch hierzulande vorstellbar? Wir haben mit Kommunalpolitikern gesprochen, wie sie das politische Klima in der Region wahrnehmen.

Die Grünen haben keine Probleme mit Anfeindungen, so Fraktionsvorsitzender Edgar Meyn .  Aber auch mit nicht vollständiger Aufklärung sowie Ignoranz und Desinteresse könne man genug Schaden in einer Gemeinde anrichten. „Die politische Arbeit in Eckernförde betrachten wir durchaus kritisch“, erklärte Meyn.

(Quelle: EZ, von Gernot Kühl)