2021

29.01.2021

Neuer Skatepark Eckernförde: Jetzt prüft das Umweltministerium

Eckernförde – Um Platz für das Kino-Projekt mit Verbrauchermarkt in Eckernförde zu schaffen, hatte die Politik mit knapper Mehrheit von CDU, SSW und FDP beschlossen, den Skatepark als Bauland freizugeben. Im Gegenzug soll der Skatepark auf die andere Seite des Schulwegs in das Areal der ehemaligen Kleingärten verlegt werden. Dabei handelt es sich um einen Uferbereich der Norderhake, einen Nebenarm des Eckernförde Noores. Normalerweise müsste dort ein 50 Meter breiter Schutzstreifen von Bebauung frei bleiben. Um den Skatepark in Eckernförde zu ermöglichen, hatte die Untere Naturschutzbehörde des Kreises im Vorfeld eine Ausnahmegenehmigung erteilt und den unbebaubaren Uferstreifen auf 25 Meter reduziert. Übrig für die Nutzung bleibt ein zwölf Meter schmaler Randstreifen am Schulweg, der sich nur im östlichen Drittel auf bis zu 32 Meter erweitert. Auf den  3744 Quadratmetern sollen ein Skatepark mit Betonelementen sowie weitere Freizeiteinrichtungen wie ein Grillplatz verwirklicht werden. Die Naturschutzbehörde des Kreises hatte bei ihrer Entscheidung zwei Schutzgüter, die sozialen Belange der Jugendlichen und die ökologischen Erfordernisse, miteinander abgewogen. Gleichwohl attestiert sie dem gesamten Uferbereich als gewässernahes Niederungsgebiet ein „großes Potenzial für wertvolle Biotopverhältnisse“. Das hatte ursprünglich auch die Stadt Eckernförde so gesehen, die für die ehemaligen Kleingärten im Zuge des Stadtentwicklungsprojekts Nooröffnung einen kleinen Naturerholungspark mit Obstbäumen und Wanderweg vorgesehen hatte.Erst mit der neuen Kino-Standortentscheidung änderte sich der Plan, soll auf dem Randstreifen zum Schulweg nun der neue Skatepark entstehen. „Die Wünsche hier sind groß“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Edgar Meyn. Beleuchtung, Unterstand, Kletterwand – neben den Betonelementen zum Skaten gebe es viele Ideen. Doch verträgt sich das mit Natur und Erholung auf engem Raum? „Hier wurde ein schmales Handtuch aus der Landschaft herausgewrungen“, kritisiert Meyn. Durch den Skate- und Freizeitpark werde der Druck auf die verbliebene, ökologisch wertvolle Uferfläche in Eckernförde wachsen, warnt er. An der Norderhake Eckernförde sind bei einer ökologischen Bestandsaufnahme unter anderem Brutvögel verschiedener Biotope, Mehlschwalben und Turmfalken als Nahrungsgäste sowie Kröten, Frösche, Molche, Eidechsen und Ringelnattern nachgewiesen worden. Dazu kommen verschiedene alte Obstbäume aus der ehemaligen Kleingartennutzung und Weiden an der Uferlinie. Dort wachsen auch Röhricht und Binsen. Die Bestandsaufnahme wurde im Dezember im Umweltausschuss Eckernförde erstmals vorgestellt. Grüne und Linke können die Entscheidung der Naturschutzbehörde, den Uferschutzstreifen zu reduzieren, nicht nachvollziehen. Um zu klären, ob der Beschluss naturschutzrechtlich haltbar ist, haben sie das übergeordnete Umweltministerium eingeschaltet, das eine Prüfung zugesagt hat. Als Standortalternative für den Skatepark bringt Meyn die Brache an der Ecke Reeperbahn/Schulweg ins Gespräch. Dort, so der Grünen-Politiker, sei die Nähe zum Jugendzentrum „Das Haus“ gegeben. Einkaufs- und Bahnverkehr lägen dann auf der anderen Seite der Gleise. Gerade mit Blick auf Klimawandel und Artensterben fordert er, ein Stück Grün zurück in die Stadt Eckernförde zu holen. Zumal mit dem Parkdeck Gleis III ein weiteres Zurückdrängen der Natur droht. Sollte sich die große Lösung für 177 Parkplätze politisch durchsetzen, wären einschneidende Eingriffe in die Landschaft erforderlich, würde der Grüngürtel zwischen Innenstadt von Eckernförde und B76 weiter schwinden. Kleinere Lösungen mit bis zu 78 Parkplätzen könnten nach Angaben der Bauverwaltung dagegen noch verträglich gestaltet werden.

(Quelle: KN, von Christoph Rohde)


08.01.2021:

Szenen wie in Washington?

Eckernförde – Die Proteste aufgebrachter Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in Washington sind ausgeartet und haben für Chaos und Gewalt gesorgt. Sind solche Szenen auch hierzulande vorstellbar? Wir haben mit Kommunalpolitikern gesprochen, wie sie das politische Klima in der Region wahrnehmen.

Die Grünen haben keine Probleme mit Anfeindungen, so Fraktionsvorsitzender Edgar Meyn .  Aber auch mit nicht vollständiger Aufklärung sowie Ignoranz und Desinteresse könne man genug Schaden in einer Gemeinde anrichten. „Die politische Arbeit in Eckernförde betrachten wir durchaus kritisch“, erklärte Meyn.

(Quelle: EZ, von Gernot Kühl)